Suche
  • Korten AG

Coronavirus - Regierung plant Schnellkredite für den Mittelstand

Die Bundesregierung hat auf Kritik an dem ersten Kreditprogramm zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Covid-19 Pandemie für den Mittelstand reagiert und möchte kurzfristig ein weiteres Kreditprogramm einführen, das mehr Unternehmen erreicht.


Konstruktionsfehler des ersten Kreditprogramms ist, dass die staatliche KfW nur für 90% der Kreditsumme die Haftung übernimmt. 10 % des Risikos sollen die Hausbanken, über die die Kredite vergeben werden, tragen. Angesichts strenger Anforderungen an das Eigenkapital der Banken und an die Risikobewertung bei der Kreditvergabe müssen Banken aber die Kreditwürdigkeit der Unternehmen zeitaufwändig prüfen und sind in vielen Fällen nicht bereit, diese Haftung für aktuell in Schwierigkeiten geratene Unternehmen zu übernehmen. Folge davon ist, dass die Kredite trotz großer Nachfrage nicht oder zumindest nicht schnell genug bei den betroffenen Unternehmen ankommen.


Dieser Missstand ist bereits früh gerügt worden. Nun hat die Bundesregierung angekündigt, ein weiteres Kreditprogramme aufzusetzen, bei dem die KfW 100% des Ausfallrisikos tragen soll. Die Kredite werden weiterhin über die Hausbank vergeben, die zeitaufwändige Risikoprüfung der Hausbank soll aber entfallen.


Die Kredite können von Unternehmen in Anspruch genommen werden, die mehr als 10 Beschäftigte haben, seit mindestens 01.01.2019 am Markt aktiv sind und am 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten waren und zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufwiesen. Die Kredite stehen somit nicht allen, aber vielen mittelständischen Unternehmen zur Verfügung.


Ein Unternehmen, das die Kriterien erfüllt, kann ein Kreditvolumen von bis zu drei Monatsumsätzen des Jahres 2019 in Anspruch nehmen, maximal jedoch einen Betrag von EUR 500.000,00 bei 11 bis 50 Mitarbeitern, bzw. EUR 800.000,00 bei mehr als 50 Mitarbeitern. Der Zinssatz soll aktuell bei 3% liegen und die Laufzeit 10 Jahre betragen.

Das Programm soll bereits innerhalb der nächsten Tage zur Verfügung stehen, noch muss es jedoch von der EU-Kommission genehmigt werden.


Die gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums der Finanzen und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie finden Sie hier.

Autor: Dr. Arne Vogel

14 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

KORTEN Rechtsanwälte AG
 

©

T: +49 (0) 40 8221822
F: +49 (0) 40 8221823

Neuer Wall 44

D-20354 Hamburg

E: info@korten-ag.de

W: korten-ag.de